"Nähe und Weite - statt Enge und Ferne!"

Lokale Kirchenentwicklung in unserer Pfarrei

Die Klausurtage des Westerwaldes haben sich mit dem Thema beschäftigt, wie in den Pfarreien neuen Typs die Pastoral nahe bei den Menschen an den Kirchorten gesichert und gefördert werden kann. Wie kann sich Kirche vor Ort mit der Weite der Pfarrei entwickeln?

"Wie wollen wir Kirche sein?"

 

 

Josua und Kaleb - zwei der Kundschafter bringen große Früchte aus dem gefundenen Land.

Zukunftswerkstatt der Pfarrei Liebfrauen beschäftigte sich mit dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten

Gut ein Jahr existiert nun die neu gegründete Pfarrei Liebfrauen. Zeit, um zurückzublicken, aber auch Pläne für die Zukunft zu schmieden. In drei Kleingruppen beleuchteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre persönliche Erfahrung mit und in der neuen Pfarrei. Dabei fiel die Bilanz weitgehend positiv aus, fassten die Moderatoren des Tages, Pfarrer Peter Hofacker und Pastoralreferent Matthias Ruß die Ergebnisse der Reflexionsrunde zusammen.

Fünf Stationen

In einer zweiten Runde waren alle aufgefordert, ihre persönliche Wahrnehmung der pastoralen Situation darzustellen:  der Weg des Volkes Israel aus Ägypten ins Gelobte Land wurde symbolisch in fünf Stationen dargestellt. Wer sich am Eingang des Saales zur Station „Ägypten“ stellte, zeigte damit: „Ich bin eigentlich mit der Situation zufrieden, so wie sie ist. Und sie soll sich auch nicht ändern.“ Die zweite Wegmarke war mit dem Wort „Aufbruch“ umschrieben. Sie ist durch die Erkenntnis charakterisiert, dass sich etwas an der Situation ändern muss. Dafür müssten erste neue und überraschende Schritte gewagt werden. Die dritte Station erinnert an die vierzigjährige Wanderung des Gottesvolkes durch die Wüste. Sie ist von Zweifel und Kritik geprägt, gleichzeitig von der Erkenntnis, dass die Situation nicht mehr umzukehren ist. Die vierte Station bilden die „Kundschafter“, die von vom Gottesmann Mose als Vorhut ausgeschickt werden, um den besten Weg hinein ins Gelobte Land herauszufinden. Die Kundschafter sind mutig und wollen neue Dinge ausprobieren. Die fünfte und letzte Station bildete das Gelobte Land selbst, in dem „Milch und Honig“ fließen.

Während der Übung waren die ehrenamtlichen Gemeindemitglieder dazu angehalten, drei Perspektiven einzunehmen. Erstens: „Wie erlebe ich die Situation ganz persönlich?“ Zweitens: „Wie empfindet mein Kirchort?“ Und drittens: „Wie ist die Lage, wenn ich die neue Perspektive als Mitglied der Gesamtpfarrei Liebfrauen einnehme?“

Viele „Kundschafter“

„Am meisten erstaunt hat mich, dass bei der Übung so viele sich als Kundschafter begriffen haben“, zieht am Ende des Nachmittags Pfarrer Peter Hofacker Bilanz. Aber auf den zweiten Blick sei dies auch logisch. „Wer an diesem Reflexionstag teilgenommen hat, zeigt großes Engagement und Interesse daran, dass Kirche vor Ort weiter lebendig bleibt.“ Die spontan gebildete „Kundschafter“-Gruppe habe nun die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat, dem Pastoralteam und den Ortsausschüssen konkrete Ideen und Ziele zu formulieren, um Menschen neu für Glaube und Kirche zu gewinnen, die nicht zum engagierten Kern im Gemeindeleben vor Ort gehörten.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Kirchenentwicklung im Bistum Limburg.